PROLOG
Also... ich stecke bis zum Hals in der Scheiße!
Falls das irgendjemandem nicht klar geworden ist, herzlich willkommen in meinem chaotischen kleinen Höllenkreis. Nimm dir einen Stuhl. Oder besser: einen Schutzzauber. Es wird ungemütlich.
Ich fürchte ich kann von Gewalt genauso erzählen wie über Zweisamkeit in mehreren Hinsichten. Sobald ich hierfür Listen und Einordnungen geschaffen habe, werde ich sie euch sicherlich mitteilen.
Wisst ihr, es ist ja nicht so, als hätte ich es nicht kommen sehen. Ich hab’s gespürt, dieses verdammte Kribbeln in der Luft, dieses Ziehen unter der Haut, das mir ins Ohr geflüstert hat: „Da kommt was. Und es wird dich umhauen.“
Aber hab ich auf mich gehört?
Bin ich rechtzeitig weggelaufen?
Natürlich nicht.
Ich hab mich stattdessen auf meine Wut konzentriert. Auf die Frau die so vertraut mit Riven gewirkt hat. Habe sie mir an seiner Seite vorgestellt, mich an ihr festgebissen, als wäre sie mein Rettungsseil, das mich von ihm wegziehen kann. Weg von seinem Blick, seinem Atem, seinen Händen.
Ich dachte, Wut würde mich retten.
Tja.
Spoiler: Hat sie nicht.
Denn kaum hab ich ihm meine Meinung entgegengeschleudert mit allem, was ich hatte.
Kaum hab ich mir eingeredet, dass ich ihm so richtig die Stirn biete, bricht die ganze verdammte Realität über mir zusammen.
Da liege ich.
Auf dem Boden.
Vor Riven.
Krümme mich vor Schmerz, zittere wie ein Blatt im Sturm, hab das Gefühl, mein Innerstes reißt in Stücke.
Meine Haut brennt, mein Herz rast, mein ganzer Körper pulsiert wie unter Strom, nur dass der Strom dunkel ist. Bedrohlich. Unaufhaltsam.
Ich weiß nicht, was überhaupt mit mir passiert.
Ich weiß nicht warum mir das passiert.
Alles verschwimmt.
Alles flackert.
Und dann höre ich es.
Rhias Stimme.
Klar. Kalt.
Ein Schuss mitten in mein Bewusstsein.
»Du wandelst dich, Lia. Und das hat keine Frau je überlebt.«
Na toll.
Was für eine verdammte Scheiße.
Wenn du also dachtest, im ersten Buch sei es schon wild gewesen...
... dann willkommen.
Denn ich weiß nicht mal, ob ich überhaupt noch miterlebe, wie das zweite dich mitreißen wird.
– Lia



