Die Flugzeugkabine summt leise, das typische Gemisch aus Klimaanlage, gedämpften Stimmen und dem entfernten Grollen der Triebwerke. Ich sitze am Fenster, die Landschaft unter uns schrumpft langsam zu Feldern und Linien. Karin neben mir knabbert an einem Müsliriegel, Kopfhörer locker um den Hals, doch sie schaut gedankenverloren aus dem Fenster.
Ich lehne mich zurück, lasse den Kopf gegen die Kopfstütze sinken, und noch bevor ich die Augen ganz schließe, rutscht der Abschied von eben wie ein Filmstreifen vor mein inneres Auge.
Wir hatten beschlossen, früh aufzustehen, um alles bis zum letzten Moment des Urlaubs auskosten zu können.
Der Frühstücksbereich des Hotels war halb leer, die Sonne warf goldenes Licht über die Tischdecken. Leo und Niko warteten schon auf uns, als wir ankamen.
„Habt ihr gut geschlafen?", fragte Leo und sah dabei nur mich an.
„Kaum", sagte ich, „aber schön wars trotzdem."
Wir redeten noch ein bisschen, nichts Weltbewegendes - aber genug um zu lachen und den Moment zu genießen.
Aber zwischen all dem Lachen und den flüchtigen Blicken war klar, das der Abschied nicht ewig auf sich warten lassen würde.
Als wir schließlich unsere Koffer holten und vor dem Hotel standen, wurde es real. Der Abschied.
Leo trat einen Schritt näher an mich heran, seine Stimme leise. „Du weißt schon... wenn du irgendwann wieder Lust hast, auf einen Cocktail, der nach Schuld schmeckt..."
Ich schmunzelte. „Dann hab ich deine Nummer."
Dann umarmten wir uns.
Karin hatte währenddessen Niko umarmt, ihm irgendwas ins Ohr geflüstert, woraufhin er nur den Kopf geschüttelt und gelächelt hatte.
„Guten Flug", hatte er gesagt. „Und kommt gut an."
„Leider nicht halb so gut wie am Strand.", hatte ich geantwortet und wir alle mussten lachen. Und dann waren wir in unser Taxi gestiegen, während sie uns nach gewunken hatten.
Und dann standen wir auch schon in der Sicherheitskontrolle.
Jetzt, zurück in diesem Flugzeug, auf dem Weg in den Alltag, ist alles schon wieder fast unwirklich.
Nachdem das Flugzeug gelandet ist, strecke ich mich, fahre mir durch die Haare und sehe zu Karin, die gähnend ihren Rucksack vom Boden hebt.
„Zurück in der Realität", murmelt sie.
„Oder zumindest auf dem besten Weg dahin", erwidere ich und lächle matt.
Als ich endlich in unsere Einfahrt einbiege, steht meine Mutter schon an der Tür - fast so, als hätte sie auf mich gewartet.
„Na endlich!", ruft sie, bevor ich ganz ausgestiegen bin. „Wie war's? Alles gut?"
Ich lächle müde. „War schön. Wirklich. Aber auch... viel."
Sie mustert mich mit diesem typischen, prüfenden Mutterblick, dann winkt sie ab. „Du erzählst mir später alles, das weiß ich doch. Aber zuerst..."
Alles? Besser nicht.
Sie wirkt aufgeregt, beinahe kindlich aufgedreht.
„Ich hab den Keller aufgeräumt, während du weg warst", beginnt sie und führt mich bereits in den Flur hinein. „Und ich hab was gefunden. Etwas, das dir gehört."
Ich ziehe die Stirn kraus. „Was?"
„Ein Erbstück. Es war eingewickelt in ein altes Leinentuch ganz hinten in dieser Schublade unter der Werkbank. Ich wusste erst gar nicht, was es ist. Aber es hat deiner Urururoma gehört."
Ich halte inne. „Okay...? Und was ist es?"
Sie verschwindet kurz in den Nebenraum und kommt mit einem kleinen, alt aussehenden Kästchen zurück. Holz, dunkel, mit Metallbeschlägen. Es sieht aus, als hätte es Geschichten aufgesogen wie ein Schwamm.
„Ich finde, es ist Zeit, dass du es bekommst", sagt sie, und legt es mir in die Hände. „Sie hätte das gewollt."
Das Holz fühlt sich kühl an, beinahe lebendig.
Ich streiche über das Muster. Und irgendetwas in mir zieht sich dabei zusammen.
Ich öffne das Kästchen langsam, fast ehrfürchtig, als würde ich darin nicht nur ein Objekt, sondern eine Geschichte finden. Das alte Holz knarzt leise unter meinen Fingern, und innen auf dem Samt liegt es: ein Amulett.
Echtes Silber - das sieht man sofort. Es hat diese matte Tiefe, die nur Zeit schenken kann. Die Kette ist fein, aber nicht zerbrechlich, das Gliedermuster altmodisch und elegant. Und der Anhänger selbst...
Oval gearbeitet, beinahe wie ein kleines Siegel. In die Mitte ist eine Rose eingraviert - keine kitschige oder überladene. Eine dezente, grazile Linie, fast wie eine Zeichnung in Metall. Die Blüte wirkt lebendig, als hätte jemand ihr beim Gravieren mit jedem Hieb Bedeutung verliehen.
Ich halte es vorsichtig hoch, und das Licht aus dem Flur bricht sich in den Vertiefungen. Es schimmert kühl, edel. Fast... magisch.
„Wow", flüstere ich.
Meine Mutter nickt. „Ich wusste, dass es etwas Besonderes ist. Aber das hier... das passt zu dir."
Ich sehe sie kurz an, dann betrachte ich das Amulett noch einmal. Ich spüre fast, wie sich eine Verbindung spannt. Nicht nur zwischen mir und dem Schmuck - sondern zwischen Zeiten. Zwischen Frauen. Zwischen Geschichten.
„Hast du eine Ahnung, was es bedeutet hat? Oder wem sie es gegeben hat?", frage ich leise.
Meine Mutter schüttelt den Kopf. „Nein. Aber deine Urururoma war... eine ungewöhnliche Frau. Ich glaub, sie hatte mehr Geheimnisse, als sie je laut gesagt hat."
Ich nehme die Kette vorsichtig aus dem Kästchen und schlüpfe hinein. Das Amulett liegt kühl auf meiner Haut.
Meine Finger gleiten über das filigrane Muster der Rose, während das Silber auf meiner Haut langsam die Temperatur meines Körpers annimmt. Es liegt genau über meinem Herzen - schwer genug, um spürbar zu sein, leicht genug, um zu vergessen, dass es da ist.
„Ich glaub, ich trag das ab jetzt einfach immer", murmle ich.
Meine Mutter lächelt weich, fast stolz. „Das würde ihr gefallen, da bin ich mir sicher."
Ich nicke nachdenklich, lasse das Kästchen in meinen Händen kreisen, bevor ich es wieder schließe.
„Willst du was essen?", fragt meine Mutter und mustert mich.
Ich nicke. „Gerne. Irgendwas Warmes wäre perfekt."
„Dann komm. Ich hab deine Lieblingssuppe gemacht - mit Süßkartoffel und Ingwer."
Ich folge ihr in die Küche. Der Duft ist vertraut, beruhigend.
Wir setzen uns an den Küchentisch, essen schweigend, aber in diesem angenehmen Schweigen, das nicht gefüllt werden muss.
Ich lasse meine Mutter reden, doch meine Gedanken kleben längst an der kühlen Schwere des Amuletts.
Nur einmal sehe ich, wie sie auf das Amulett blickt, das unter meinem T-Shirt leicht durchscheint - und sie lächelt.
Nach dem Essen nehme ich meinen Koffer, der noch im Flur steht, und ziehe ihn langsam die Treppe hoch. Die Rollen rattern dumpf auf dem Holz, und ich spüre die Schwere des Tages in meinen Beinen und Schultern.
Ich lasse den Koffer neben der Tür stehen, gehe einen Schritt auf das Bett zu - und lasse mich einfach rücklings fallen.
Die Matratze federt leicht unter mir nach. Ich starre an die Decke. Für einen Moment ist da nur Stille.
Ich bleibe liegen, starre an die Zimmerdecke, während meine Finger immer wieder das Amulett berühren.
Ich drehe den Kopf zur Seite, sehe mein Handy auf dem Nachttisch leuchten. Eine neue Nachricht. Von Leo.
Gut angekommen? Oder hängst du noch den netten
Fehlentscheidungen nach?
Ich lächle schwach, greife zum Handy, tippe:
Ein Teil von mir liegt noch im Sand. Der andere kämpft mit der Realität.
Wenn du morgen barfuß durchs Wohnzimmer
schleichst, zählt das als Protest.
Ich lache leise in mich hinein.
Scherzkeks.
Von unten höre ich gedämpft die Stimme meiner Mutter, wie sie in der Küche etwas wegräumt. Der Geruch der Suppe hängt noch in der Luft, vermischt mit dem leichten Duft von Lavendel aus meinem Kissenbezug.
Ich strecke mich, schiebe den Koffer mit einem Fuß zur Seite und ziehe die Decke über mich.
Der Morgen ist kühl, die Sonne liegt noch tief und wirft lange, goldene Streifen durch die Gardinen, als ich die Tür zum Garten öffne. Das Gras ist feucht vom Tau, die Luft riecht nach frischer Erde und entfernten Kaminöfen. Ich habe gefrühstückt, aber mein Magen fühlt sich immer noch leicht leer an - auf diese sehnsüchtige, suchende Weise.
Ich ziehe mir meine Jacke über, schlüpfe in feste Schuhe, lasse das Handy auf dem Küchentisch liegen.
Unser Garten grenzt direkt an einen kleinen Wald.
Kaum ein paar Schritte, und die Hecke öffnet sich in einen schmalen, halb zugewachsenen Pfad. Ich schiebe die Äste beiseite, tauche ein zwischen Tannen, Fichten, Eichen - und sofort senkt sich Ruhe über mich.
Der Duft von Moos, feuchter Rinde und altem Laub liegt schwer in der Luft. Meine Finger gleiten über das zarte Blatt einer Waldpflanze, streifen den glatten Stamm einer jungen Buche. Vögel singen ihr komplexes, lebendiges Morgenlied irgendwo über mir.
Und während ich so gehe, denke ich - natürlich - an den Urlaub. An den Strand, das Lachen, das Gefühl von warmem Sand unter meinen Füßen. An Leo. An seine Blicke. Seine Lippen. Die Frage, ob 'nett' mir wirklich reicht.
Karins Stimme hallt durch meine Gedanken:
Vielleicht brauchst du keinen, der dich streichelt - sondern einen, der dich spüren lässt, dass du mehr bist als Porzellan.
Ich weiß nicht, ob sie recht hat. Aber die Worte haben sich irgendwo in mir eingenistet, kribbeln wie ein unruhiger Strom unter der Haut.
Dieses Gefühl - eine Mischung aus Fernweh, Sehnsucht und unausgesprochenem Wunsch - zieht sich wie Nebel durch meine Gedanken. Ich bin ganz bei mir. So sehr, dass ich erst im letzten Moment merke, wie jemand direkt vor mir steht.
Erst im letzten Moment halte ich inne, stolpere rückwärts.
„Oh, Entschuldigung!", rufe ich erschrocken.
Die Frau vor mir dreht sich langsam um. Älter, graues Haar, ordentlich geflochten, in einem leichten Mantel. Sie schaut mich nur kurz an, nickt mit einem kaum merklichen Lächeln. Ich atme auf - und da steigt mir ihr Parfum in die Nase.
Rose.
Sanft, pudrig, altmodisch.
Als sie wortlos weitergeht, folge ich ihrem Blick. Doch sie ist bald zwischen den Stämmen verschwunden.
Mir wird heiß. Dann kalt.
Ich gehe weiter. Und der Wald scheint...
Dann wird mir schwindelig.
Ich bleibe stehen, greife nach einem Baum, aber der Boden schwankt unter mir. Es ist, als würde die Luft sich zusammenziehen - und dann zerreißen.
Ein grelles, nicht sichtbares Licht scheint hinter meinen Augen aufzuflammen.
Und dann falle ich. Aber nicht wie in einem Traum. Es fühlt sich echt an. Mein Magen dreht sich, der Wind reißt mir an den Haaren, an der Kleidung - obwohl es keinen Wind geben dürfte.
Kein Schrei kommt aus meiner Kehle. Mein Körper ist taub, mein Herz hämmert gegen meine Rippen wie gegen Wände.
Das Licht verändert sich. Der Wald um mich herum verblasst, wird durchscheinend, dann formt sich alles neu.
Ich treffe auf etwas Weiches. Moos? Erde? Mein Atem stockt. Ich bleibe liegen, unfähig mich zu bewegen.
Wie lange ich hier bereits hier liege?
Der Schock ist wie Watte in meinem Kopf, wie ein brennendes Rauschen in den Ohren.
Meine Wange liegt auf kühlem, feuchtem Boden.
Die Bäume stehen dichter, wilder, anders.
Ich rieche Erde. Feuchtigkeit. Rauch. Höre Vogelrufe.
Ein fernes Wiehern, Stimmen.
Ich bewege meine Finger. Sie zittern.
Dann meine Beine. Alles funktioniert. Alles tut weh.
Langsam drehe ich mich auf den Rücken. Die Baumkronen über mir wirken riesig, älter. Mächtiger als das, was ich kenne.
Ich sehe mich um. Kein asphaltierter Weg mehr, stattdessen ein
Was... zur Hölle... war das?
Ich richte mich langsam auf.
Ich drehe mich um. Sehe nichts außer Bäume. Wurzeln, die sich wie Knochen durch die Erde schieben. Büsche, die ich nicht erkenne.
Ich schiebe mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
War das ein Traum?
Nein, dafür fühlt es sich zu real an. Mein Puls hämmert. Mein Knie ist aufgeschürft. Meine Hände sind dreckig und ich bin gefallen.
Ich versuche aufzustehen - schwanke, fluche, zwinge mich dazu, nicht durchzudrehen.
Das hier ist nicht mein Wald.
Und dann höre ich wieder Stimmen.
Es klingt nach zwei männlichen Stimmen.
Ich weiche zurück, verstecke mich hinter einem dicken Baumstamm, ducke mich ins Unterholz. Mein Herz klopft so laut, dass ich befürchte, man könnte es durch den Wald hallen hören.
Zwei Männer treten in mein Blickfeld. Sie tragen dunkle Wollkleidung, darüber grobe Umhänge. Einer trägt ein Schwert an der Hüfte, der andere ein Bündel Holz auf dem Rücken.
Ihre Haare sind lang und wirken ungekämmt.
Was. Zur. Hölle. Ist. Das. Hier?
Das Schwert glänzt anmutend echt. Das Holz riecht nach frischem Harz und der Schlamm auf ihren Stiefeln scheint keine Kulisse zu sein.
Mein Herz schlägt bis in die Kehle. Ich ziehe den Kopf zurück hinter den Stamm.
Oh fuck. Bitte, bitte, lass mich falsch liegen. Ich kann unmöglich... das ist einfach nicht möglich.
Ich presse die Stirn gegen die raue Rinde. Sie kratzt auf meiner Haut, aber das ist gut.
Schmerz bedeutet Realität, oder? Ich bilde mir das nicht ein.
Ich schließe die Augen. Nur für einen Moment. Versuche, tief einzuatmen, aber meine Brust schnürt sich zusammen.
Das kann nicht sein. Vielleicht habe ich mir den Kopf gestoßen? Vielleicht halluziniere ich. Vielleicht bin ich in einem seltsamen, verdrehten Traum, der gleich endet.
Aber das Holz riecht echt.
Die Kälte der Erde kriecht durch meine Jeans.
Und die Männerstimmen klingen definitiv nicht wie Einbildungen.
Einer lacht rau, ein Klang, so ungekünstelt und derb, dass es mir eiskalt den Rücken hinunterläuft.
Ich presse die Lippen zusammen.
„Okay... du bist nicht verrückt", flüstere ich tonlos. „Du bist nur von jetzt auf gleich... ich weiß nicht... in ein anderes jetzt gefallen?" Meine eigene Stimme klingt fremd in meinen Ohren.
Ich setze mich langsam auf. Meine Muskeln zittern. Ich spüre meine Jeans an den Knien feucht werden. Ich schüttele den Kopf - als würde das helfen. Es macht nichts besser. Die Baumwipfel über mir sehen älter aus, dichter, gedrungener.
„Okay. Ruhig bleiben", murmele ich. „Du bist nicht... in einem Fantasyfilm aufgewacht. Du bist nur... umgeknickt. Vielleicht bewusstlos. Vielleicht träumst du."
Ich greife in meine Jackentasche. Kein Handy. Mein Herz setzt kurz aus. Ich hatte es doch auf dem Küchentisch liegen lassen. Ich... verdammt.
Ich rappele mich auf, stehe wackelig, schiebe mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Mein Blick huscht durch den Wald - und ich merke, dass mein Atem schneller geht. Panik will aufsteigen. Ich zwinge mich, stehen zu bleiben. Ich will nicht rennen. Ich will nicht rennen.
Ich wüsste ja nicht einmal wohin ich rennen sollte.
Okay, das hier ist ein Traum. Und wenn das ein Traum ist werde ich irgendwann von alleine aufwachen, richtig? Dann muss ich einfach nur abwarten bis das passiert.
Und wenn es keiner ist? Sagt meine verfluchte, innere Stimme des Zweifels. Wenn es keiner ist, darf ich erst recht jetzt nicht durchdrehen.
Irgendeine Erklärung muss es geben. Dann durchfährt mich Angst und meine Finger fahren tastend an meinen Hals. Das Amulett ist noch da, ich habe es beim Stur nicht verloren.
Na wenigstens ein bisschen Glück gehabt.
Ein Stich schießt durch mein Fußgelenk, als ich einen Schritt mache. Ich fluche leise. Irgendwas habe ich mir beim Aufprall verstaucht.
Super. Richtig gutes Zeitreisemanagement.
Ich atme einmal tief durch, dann fälle ich eine Entscheidung. Ich werde mich nicht einfach hier hinsetzen und hoffen, dass mich jemand findet. Wenn ich hier bin - wo zum Teufel auch immer hier ist - dann muss ich mich bewegen. Einen Überblick verschaffen. Herausfinden, ob es einen Weg, eine Straße, etwas gibt.
Ich drehe mich nach Westen - oder was ich für Westen halte. Die Bäume dort stehen lichter. Vielleicht ist dort ein Bach oder eine Lichtung, irgendwo muss ich schließlich anfangen.
Ich humpele los.
Der Boden ist uneben, weich, mit Wurzeln durchzogen.
Ich höre kein Rauschen von Autos in der Ferne, keine Flugzeuge, keine Sirene, kein einziges Anzeichen von Zivilisation. Nur das leise Rascheln von Blättern, das Krächzen eines Raben irgendwo weiter vorne - und mein eigener, leicht pfeifender Atem.
Nachdem ich eine ganze Weile mehr gehumpelt als gelaufen bin, taucht tatsächlich eine Art Lichtung auf. Ein kleiner Bach, der sich zwischen Steinen hindurchschlängelt. Ich lasse mich vorsichtig am Rand des Bachs nieder und spüre wie mein Fuß pocht. Vorsichtig ziehe ich meinen Schuh samt Socke aus und halte meinen Fuß ins Wasser. Es ist eiskalt - aber eine Wohltat. Ein Stoß von Schmerz zuckt noch einmal durch mein Gelenk, bevor sich alles langsam beruhigt, betäubt vom kalten Bachlauf. Ich atme hörbar aus, lasse die Hände in den weichen Moosboden hinter mir sinken und neige den Kopf zurück, sodass ich in das tanzende Grün der Blätter über mir sehen kann.
Mein Spiegelbild ist verzerrt, aber da. Und es sieht aus wie ich. Und doch... irgendwie nicht.
Als ich genauer hinsehe, bemerke ich einen Unterschied in meiner Haarfarbe. Meine Haare schimmern im Sonnenlicht leicht lila. Und auch meine Gesichtszüge sehen mir zum verwechseln ähnlich, und doch bin das nicht wirklich ich. Ich sehe aus, wie meine eigene Zwillingsschwester, nur mit Sommersproßen, die nicht die meinen sind. Irgendwie wie eine Spiegelverkehrte Version von mir. Ich aber irgendwie anders.
Ich ziehe den Fuß aus dem Wasser, betrachte die leicht gerötete Haut. Nichts dramatisches, nichts was mit ein wenig schonen und Zeit nicht von selbst verschwinden würde.
Ich wickele die Socke notdürftig um mein Gelenk, ziehe vorsichtig den Schuh wieder an und bleibe noch einen Moment sitzen.
Ich humpele weiter durch das Dickicht, Schritt für Schritt, mein verletzter Knöchel ein pochender Taktgeber meiner Unsicherheit. Der Wald scheint sich verändert zu haben. Die Stille ist dichter geworden, schwerer - fast wie eine Decke, die über allem liegt.
Dann - aus dem Augenwinkel - glaube ich, einen Schatten zu sehen. Nur einen Hauch. Eine Bewegung zwischen den Bäumen.
Ich halte inne. Starre in die Richtung, aus der ich glaube, etwas gesehen zu haben. Aber da ist nichts. Kein Geräusch. Kein Rascheln. Nur das leise Flüstern der Blätter im Wind.
Ich zwinge mich weiterzugehen, aber bei jedem Schritt wird das Gefühl stärker. Dieses Prickeln im Nacken. Diese Gänsehaut, die nichts mit der Kälte zu tun hat. Ich bin nicht allein. Da ist jemand.
Oder etwas.
Ich halte erneut an. Drehe mich im Kreis. „Hallo?", rufe ich - meine Stimme bricht zu früh.
Ich gehe schneller. Mein Knöchel protestiert bei jedem Schritt, aber mein Instinkt brüllt inzwischen lauter als der Schmerz. Ich will hier weg.
Dann passiert es. Ich höre ein Knacken hinter mir - oder bilde es mir ein? Ich weiß es nicht. Doch ich renne.
So gut ich kann.
Adrenalin überschreibt Schmerz. Ich schlage mich durch Büsche, stolpere über Wurzeln, spüre, wie der Waldboden unter meinen Füßen nachgibt. Ich will nicht stehen bleiben. Kann nicht. Ich renne, bis die Bäume sich plötzlich lichten - und ich fast direkt in etwas hineinfalle.
Ich taumele, versuche mein Gleichgewicht zu halten, greife nach einer steinernen Kante - und bleibe keuchend stehen.
Vor mir ragt eine Ruine auf. Halb eingestürzt, von Moos überzogen, Mauern wie zerschlagene Zähne inmitten des Grüns.
Dort sind Rosen.
Sie wachsen über das Gemäuer, durch Ritzen und Spalten, über alte Steine hinweg, wie ein wildes Netz aus Blutrot und tiefer Magie. Ihre Blüten sind groß, zu groß - als hätten sie sich über Jahrhunderte ungestört entfaltet.
Und sie duften. Nicht süß - sondern... schwer. Erdiger, intensiver.
Ich ziehe meine Hände dicht an meinen Körper.
Irgendwie fühlt dieser Ort sich merkwürdig an, beinahe seltsam vertraut?
Okay Lia, reiß dich zusammen.
Der Wald verstummt hinter mir.
Und ich stehe da, zitternd, schwitzend, den Puls überall spürbar, und frage mich, was zum Teufel das hier ist und wer mich hierher gejagt hat.
Ich taste mich mit schmerzendem Fuß in den inneren Kreis der Mauerreste. Das Licht wirkt hier anders - gefiltert durch das Rosendickicht, als würde der Tag nicht ganz hineindürfen. Es ist kühl. Feucht. Und gleichzeitig voller Spannung.
Meine Finger gleiten über die rauen Steine einer halb erhaltenen Wand. In ihnen spüre ich die Zeit - jahrhundertealt, wenn nicht älter. Moos schmiegt sich in jede Fuge. Zwischen zwei Blöcken wachsen kleine, weiße Blüten, zart und irgendwie fehl am Platz zwischen all dem tiefen Rot.
Ich sehe mich um.
Es gibt keinen richtigen Eingang - nur Durchgänge, die einst vielleicht Türen waren. Alles wirkt verwachsen, vom Wald zurückgeholt, und doch... wirkt es auf eine ganz eigene Art intakt.
Der fallende Schatten eines Torbogens erinnert mich daran, warum ich hier bin. Warum ich überhaupt gerannt bin.
Ich blicke über die Schulter. Der Wald jenseits der Mauer wirkt wie abgekapselt.
Das Gefühl beobachtet zu werden ist nicht verschwunden. Im Gegenteil: Es klebt an mir wie kalter Rauch.
Ein instinktives Frösteln jagt mir über den Rücken. Ich wähle den schmaleren Gang zur linken Seite und gehe hinein.
Ich gehe hinein. Rosenranken haben sich durch einen Riss im Dach geschoben, hängen wie lebendige Vorhänge von der Decke. Ich muss mich ducken, um hindurchzuschlüpfen, spüre, wie eine Dornenranke sanft an meiner Jacke zupft.
Ein Raum. Fast vollständig überdacht. Nur ein schmaler Lichtstrahl fällt durch ein geborstenes Steinfenster. Er trifft auf den Boden - und dort, direkt im Zentrum des Lichtflecks, wächst eine wunderschöne Rose. Beinahe wie gemalt.
Ihr Rot ist anders. Kein Blutrot. Kein samtiges Dunkel. Sondern ein feines, irisierendes Rot mit einem Hauch von Silber. Wie eine Flamme unter Wasser. Ihre Blütenblätter sind makellos, spiralförmig geöffnet, als würde sie auf etwas - oder jemanden - warten.
Vorsichtig gehe ich näher.
Der Duft ist das Erste, das mich trifft. Nicht süßlich schwer wie die anderen. Sondern frisch. Wach. Lebendig. Ein bisschen wie der Moment vor einem Gewitter, gepaart mit warmer Erinnerung.
Ich beuge mich hinab.
Zaghaft strecke ich die Hand aus. Meine Fingerspitzen berühren das Äußere der Blüte.
Weich. Sanft wie feinster Stoff. Aber nicht zerbrechlich. Sie fühlt sich lebendig an, wie etwas, das mich spürt, das reagiert. Ich atme ein - tiefer, als ich es beabsichtigt hatte - und der Duft legt sich wie ein Schleier auf meine Gedanken.
Ein Gefühl kriecht mir über den Rücken. Ich werde beobachtet. Schon wieder.
Oder immer noch?
Ich richte mich ruckartig auf, mein Herz schlägt zu laut in meiner Brust. Meine Augen huschen durch das Halbdunkel der Ruine.
Und da - ein Schatten, kaum sichtbar, huscht hinter einem Mauervorsprung.
Ich ziehe scharf die Luft ein. Mein Körper handelt, bevor mein Kopf folgen kann. Ich gehe einen Schritt zurück, dann einen zur Seite, versuche in Deckung zu bleiben. Plötzlich spüre ich einen Stoß gegen meine Schulter und verliere das Gleichgewicht.
Ich falle genau in die wunderschöne Rose.
Und ihre wirklich großen Dornen.
Ich presse die Lippen aufeinander, beiße den Schmerz weg, während mein Blick über die Ruine huscht. Der Schatten - verschwunden. Keine Bewegung mehr, keine Silhouette.
Doch ich lasse mich von dieser Stille nicht täuschen. Noch immer fühle ich mich beobachtet.
Langsam ziehe ich mich zurück aus den Dornen, atme flach und unregelmäßig.
Ein schmerzendes ZPunkteiehen in meiner Hand lässt mich kurz einen Blick darauf werfen.
Meine Hand hat sich direkt in einer großen Dorne abgestützt.
Sie steckt tief in meinem Handballen, widerlich gerade, glatt und länger als erwartet. Mein Puls hämmert dumpf durch die Wunde, als würde mein Körper sich gegen jeden weiteren Schmerz wehren. Mit zusammengebissenen Zähnen fasse ich die Dorne mit zwei Fingern und ziehe sie langsam, widerstrebend heraus.
Ein zäher Tropfen Blut quillt sofort aus der Wunde, dann noch einer - und bevor ich ihn mit dem Ärmel abwischen kann, lösen sie sich von meiner Haut. Zwei dunkle Tropfen lösen sich lautlos, wie träge Tinte in Wasser.
Sie tropfen direkt auf die Rose.
Die ganz besondere, silbrig-rote Rose, die sich noch immer aus dem Riss im Boden erhebt, wie eine stille Wächterin.
Ein bisschen Blut, halb so wild.
Ich wische meine Finger notdürftig an meiner Hose ab, doch bevor ich mich ganz abwenden kann, spüre ich es.
Wärme.
Zuerst nur in der verletzten Hand.
Dann zieht sie sich langsam in meinen Arm, als hätte mein Körper eine heiße Spur aufgenommen.
Sie kriecht weiter, schiebt sich in meine Brust, breitet sich dort aus - schwer und leuchtend, wie geschmolzenes Gold.
Mein Atem stockt.
Das fühlt sich... falsch an. Oder zu richtig. Ich weiß es nicht.
Mein Herz beginnt schneller zu schlagen. Nicht vor Schmerz - sondern wegen dieser Wärme, die sich nun wie eine Welle gegen mein Innerstes drückt.
„Das ist nicht normal", murmele ich und blicke auf die Rose. Sie wirkt... anders. Als würde sie mich ansehen.
Lia reiß dich zusammen. Du laberst gequirlte Scheiße.
Ein kaum sichtbares Pulsieren geht durch ihre Blütenblätter. Oder bilde ich mir das ein?
Ich trete einen Schritt zurück.
»Du musst hier weg.«
Der Gedanke ist so deutlich, dass ich zusammenzucke.
Er kommt mit einer Klarheit, die mir Angst macht.
Nicht wie ein Gedanke, sondern wie... ein Befehl.
„Ja", flüstere ich. „Ich... ich sollte gehen."
»Jetzt. Sofort.«
Ich schlucke. Mein Blick irrt durch die Mauern. Der Wald scheint dunkler geworden, dichter.
Meine Beine wollen sich bewegen - doch mein Körper fühlt sich an wie in Honig getaucht.
Jede Bewegung kostet mich Überwindung.
»Du musst laufen.«
Mein Herz hämmert gegen meine Rippen.
Ich reiße mich los und renne.
Der Schmerz in meinem Knöchel flammt auf, meine Hand pocht. Aber ich ignoriere alles. Ich muss hier weg.
Jetzt.
Ich renne - durch das zersplitterte Licht der Ruine, über schiefes Pflaster, durch Gestrüpp und zerzaustes Dornengestrüpp, das an meinen Hosen zerrt.
Immer wieder sehe ich mich um.
Da ist nichts.
Meine Atmung geht schnell, keuchend, doch ich zwinge mich weiter. Baum um Baum, Ast um Ast ziehe ich an mir vorbei. Ich höre nur das Knacken meiner Schritte, das Blätterrascheln, mein pochendes Herz.
Bis ich einen schmalen Bachlauf erreiche.
Ich lasse mich fast fallen, rutsche ans Ufer. Der Bach gluckert leise, glasklar, kühl.
Ich strecke meine verletzte Hand aus, tauche sie zitternd ins Wasser.
Ein stechender Schmerz schießt durch meine Finger.
„Ah - verdammt", presse ich zwischen den Zähnen hervor, als die Kälte die frische Wunde trifft. Ich ziehe zischend die Luft ein.
»Stell dich nicht so an verdammt.«
Das Wasser färbt sich leicht rötlich, dann klar.
Langsam, vorsichtig, drehe ich meine Hand, betrachte den Handballen.
Die Haut ist gereizt, geschwollen - aber das Seltsame ist die Einstichstelle selbst.
Die Haut hat sich leicht verfärbt, ein dunklerer Ton zieht sich wie ein schwacher Abdruck um die Wunde. Und sie ist nicht rund. Nicht länglich. Nicht wie ein normaler Dorneneinstich.
Sondern geformt.
Fast... wie ein kleines Muster.
Ein winziges, spiralförmiges Ornament, kaum sichtbar unter der gereizten Haut.
Das Wasser umspült erneut meine Hand, als ich sie ins Wasser tauche und doch bleibt der stechende Schmerz in der Wunde.
Mein Blick bleibt an der seltsamen, spiralförmigen Musterung hängen, die sich unter meiner Haut abzeichnet. Irritiert kneife ich die Augen zusammen und versuche, das Ganze zu begreifen.
»Na super, jetzt betrachtest du deine Hand wie ein Vollpfosten.«
Ich zucke zusammen.
„Was zur Hölle?", flüstere ich.
Ein kichern in meinem Kopf.
»Die richtige Rektion wäre es, das starren aufzuhören und deinen Hintern zu schwingen.«
Ich rolle mit den Augen, halte mir den Kopf.
„Hör auf damit! Ich brauch jetzt keinen Therapie-Dialog mit meinem eigenen Wahnsinn."
Die Stimme wird lauter, dominant, eine Spur genervt:
»Von wegen Wahnsinn. Ohne mich würdest du immer noch in der Ruine sitzen. Ich bin dein verdammtes Glück, klar?«
„Ich weiß nicht, was hier los ist", murmle ich, mehr zu mir selbst. „Warum rede ich mit mir selbst? Das ist doch nicht normal."
»Aha! Genau da liegt der Witz, Schätzchen. Das ist nicht normal. Nicht mal ansatzweise. Entweder bist du grade in etwas verdammt viel größeres als du glaubst reingefallen oder hast einen Hirntumor. Spoiler: Ich tippe auf Ersteres.«
Verwirrung breitet sich in mir aus.
Ich kneife die Augen zusammen und versuche die Gedanken zu ordnen.
Diese Stimme...
„Moment mal...", sage ich langsam, „du klingst nicht nach mir. Aber wenn du nicht ich bist, wer bist du dann?"
Die Stimme lacht, ein dunkles, raues Kichern.
»Oh, Blitzmerker! Du bist ja schlauer, als ich dachte. Nein, ich bin nicht du. Betrachte mich als deine wahre Natur, dein inneres Selbst. Je nachdem, wie du´s siehst.«
Ich starre auf meine Hand, auf das Muster unter der Haut.
„Bist du in mir drin? Was zur Hölle? Was willst du?"
»Will? Spaß haben will ich. Und dir ein bisschen zeigen, dass dein kleines Märchen hier erst losgeht. Du bist nicht zufällig hier, und das Amulett ist auch kein Modeschmuck. Aber hey, das musst du erst noch raffen.«
„Du sprichst in Rätsel verdammt.", beschwere ich mich.
»Willkommen in deinem neuen Leben«
„Meinem neuen Leben? Wo bin ich denn hier? Und wieso sollte ich hier bleiben wollen?"
»Wer sagt etwas von wollen, du Blitzbirne?«
„Kannst du mal aufhören, mich durchweg zu beleidigen?"
»Nö. Außer du hörst auf, so dämlich zu sein«
Genervt seufze ich und fahre mir mit den Händen durchs Haar, was die Wunde sofort wieder brennen lässt.
Mist verdammter.
»Bist du jetzt fertig mit dämlich sein?«
„Bist du eigentlich immer so liebreizend?"
»Rhia, fast schon ein Vergnügen, mich kennen zu lernen.«
„Ok, Rhia. Sagst du mir bitte jetzt mal was hier los ist?"
»Entweder du stehst echt auf dem Schlauch, oder du bist ahnungsloser, als ich dachte.«
„Ich habe keine Geduld mehr für den Mist.", knurre ich, tauche meine Hand ein letztes Mal ins Wasser und stehe auf.
Ich richte mich auf und versuche, meinen Orientierungssinn zusammenzukratzen. Ich bin nicht gut darin, aber wenigstens kann ich grob die Himmelsrichtungen bestimmen.
Ich setze mich in Bewegung, humpel los, den Blick suchend, und hoffe inständig, dass diese verdammte neue Stimme jetzt endlich Ruhe gibt. Wer auch immer sie sein mag und wo auch immer sie herkommt. Aber natürlich tut sie mir den Gefallen nicht.
»Na endlich mal Bewegung, dachte schon, du willst hier im Wald Wurzeln schlagen.«, höhnt Rhia direkt wieder in meinem Kopf.
Ich knurre leise. „Könntest du auch mal still sein?"
»Still? Was bin ich, dein Therapeut? Nein, ich bin eher jemand, der dir den Spiegel vorhält - und glaub mir, der Anblick macht dir nicht gerade Freude.«
„Super. Genau was ich brauche."
»Ach komm, ohne mich würde dir schnell langweilig. Außerdem wirst du mich noch brauchen.«
Ich beiße die Zähne zusammen und zwinge mich, weiterzugehen. Der Knöchel pocht bei jedem Schritt, aber ich darf jetzt nicht stehenbleiben.
»Und jetzt? Was ist dein brillanter Plan? Sitzt du hier und wartest, bis das nächste mysteriöse Ding dich vom Hocker haut?«
„Ich weiß es nicht", gebe ich zu. „Ich versuche einfach, einen Ausweg zu finden."
»Ein Ausweg? Na, viel Glück. Vielleicht findest du ja auch 'nen Schatz oder 'ne Armee von Rittern, die dich retten.«
Ich schüttle den Kopf, versuche mich nicht von ihr verrückt machen zu lassen.
„Wenn du schon nicht aufhören willst zu reden, wie wäre es dann wenn du mir mal erklären würdest was hier eigentlich los ist.", schlage ich vor während ich in der Luft gestikuliere, als unterhalte ich mich mit jemanden direkt neben mir.
»Und wie wäre es, wenn du aufhören würdest wie ne verrückte in der Luft zu wedeln?«, kontert Rhia.
„Erklärst du mir dann was hier los ist?", frage ich und höre sie in meinem Kopf seufzen.
»Irgendwie finde ich es so viel lustiger.«
„Und wer bist du? Sagst du mir wenigstens das?"
» Betrachte mich als deine wahre Natur, dein inneres Selbst... oder das, was davon übrig ist.«


