Als ich erwache ist um mich alles in Dunkelheit gehüllt. Der Boden unter mir ist kalt und hart, seine raue Oberfläche drückt gegen meine Haut.
Ich versuche mich aufzurichten - doch ein dumpfes, widerhallendes Geräusch lässt mich innehalten. Mein Herz beginnt schneller zu schlagen, während ich vorsichtig nach der Quelle des Lautes taste. Meine Finger stoßen auf kaltes Metall. Schwere Eisenketten umklammern meine Handgelenke, fest und unerbittlich.
Die Dunkelheit umhüllt mich wie ein schwerer Mantel und mit ihr kommt eine lähmende Unsicherheit. Das dumpfe Geräusch der Kette klingt immer wieder im Kopf nach - ein Echo, das sich mit den pochenden Schlägen des Herzens vermischt.
Verwirrung pulsiert wie ein lähmender Nebel durch meinen Geist. Fragen prallen wie ein endloser Sturm gegen die Wände meines Verstands - doch keine einzige Antwort findet den Weg hindurch. Es gibt nur diese Leere, diese beklemmende Ungewissheit, die wie ein hungriges Tier an der Seele nagt.
Meine Hände tasten über die Fesseln, suchen nach einer Schwachstelle.
Die Ketten führen hinauf, enden an einer rauen Wand, in der sie mit schweren Metallringen verankert sind. So sehr ich auch an ihren ziehe, die Ketten halten stand.
Mit jedem neuen Versuch überrollt mich eine weitere Welle der Verzweiflung.
Die Wand fühlt sich kalt und unnachgiebig an.
Das Schweigen des Raumes drückt schwer auf der Brust, nur durchbrochen vom Klirren der Ketten.
Die Stille selbst, beinahe eine drohende und endgültige Botschaft.
Die Hoffnung, dass dies ein Traum ist schwindet mit jedem verstreichenden Moment.
Wer auch immer mich an diesen Ort gebracht hat, ich fürchte mich vor dem wieso.
Ich weiß nicht wie viel Zeit verstrichen ist, Minuten, Stunden oder Tage, als ein Geräusch sich Bahn bricht.
Ein gedämpftes Knirschen gefolgt von einem metallischen Klicken durchbricht die Stille. Augenblicklich spannt sich jeder Muskel in meinem Körper an bis er Schmerzt, macht sich bereit.
Als die Tür sich quietschend öffnet, fällt ein schmaler Lichtschein in die Schwärze. Grell, blendend nach all der Schwärze. Als die Tür in ihrer Bewegung erstarrt, hallen Schritte von draußen wieder, langsam als gäbe es keine Eile.
Ein Schatten fällt durch die Öffnung des Lichtscheins, groß und unheilvoll. „Du bist ja wach.", dröhnt seine Stimme fast unmenschlich laut nach all der
Stille.
Ich erwidere nichts, kein Laut kommt über meine Lippen.
Stattdessen gleitet mein Blick langsam nach oben, von den polierten schwarzen Stiefeln über die makellose Uniform, die im fahlen Licht wie ein Schattenpanzer wirkt. Dann treffen mich seine Augen.
Sein Blick ist kalt, wie das Metall der Ketten an meinen Gelenken, unerbittlich und ohne ein Zeichen von Mitleid. Es ist, als ob er mich durchbohren will, doch ich lasse mich nicht davon einschüchtern.
In mir regt sich eine leise, flammende Erinnerung daran, wer ich bin. Ich bin nicht hier um mich zu beugen. Nicht vor ihm, nicht vor irgendjemandem. Wer auch immer mich hierhergebracht hat, er wird mich mit erhobenem Kopf und brennendem Widerstand in meinen Augen vorfinden.
Die Fesseln mögen meine Bewegung beschränken, aber sie können meinen Willen nicht brechen. Nur ich beherrsche meinen Willen und werde nicht klein beigeben. Niemals.
„Da scheint jemand seinen Platz nicht zu kennen." Seine Stimme reißt mich aus meinen Gedanken, tief und mit einer spöttischen Schärfe, die mich dazu auffordern will, mich klein zu machen.
Ein bitteres Lächeln zuckt über meine Lippen. Mit all meinem Trotz den ich in mir aufzuspüren vermag, hebe ich mein Kinn ihm entgegen.
„Ich kenne meinen Platz - und der ist sicher nicht zitternd zu deinen Füßen." Meine Worte sind scharf und gezielt, wie ein Dolch der auf sein Ego zielt.
Sein Gesicht zeigt Überraschung und in seinen Augen flackert die Überraschung. Das stachelt mich an weiter zu machen. Während ich mich aufrichte unterstreicht das klirren der Ketten jede meiner Bewegungen.
„Hoffst du, dass ich den Kopf senke? Dass ich dir gehorche, nur weil du hier stehst und so tust, als ob du die Kontrolle hättest?" Die Worte sprudeln aus mir heraus, impulsiv und voller Trotz.
„Du kannst mich hier festhalten, mich anketten, mich bedrohen, aber du wirst nichts von mir bekommen." Meine Wut brennt heller als die Angst. Stärker als die Furcht vor dem, was kommt.
Wortlos geht er mit langsamen gezielten Schritten zu der Verankerung der Ketten an der Wand. Plötzlich erklingt ein metallisches Kreischen und für einen Moment strafft sich die Metallkette.
„Wie schade das du nicht mir gehörst." Ein Blick, in dem ich etwas zu erkennen glaube - Gier? Spott?
Ohne ein weiteres Wort tritt er langsam durch den Lichtschein aus dem Raum hinaus und zieht mich an den Ketten hinter sich her. Ohne eine Wahl stolper ich hinter ihm her.
Jetzt im Licht sehe ich ihn zum ersten Mal deutlich. Seine Gestalt ist kräftig und groß, die Schultern breit und angespannt.
Seine Uniform ist tiefschwarz, mit harten Linien und ledernen Details. Das Licht tanzt auf den harten Kanten seines Gesichts. Ein Gesicht wie aus Stein gemeißelt, mit einem Ausdruck, der nichts preisgibt. Um ihn herum liegt eine fast greifbare Dunkelheit, eine Aura die den Raum vergiftet. Selbst im Licht wirkt er wie eine Bedrohung, ein Wächter, der bereit ist zuzuschlagen, wenn auch nur ein Funken des Widerstands aufflackert.
Die Ketten an meinen Gelenken klirren leise bei jedem Schritt, ein ersticktes
Echo, das in der Stille widerhallt. Er geht vor mir her, sein Rücken aufrecht, jede Bewegung straff und bestimmt. Ich folge ihm widerwillig, mit so viel Abstand wie die Ketten es zulassen, doch ich halte meinen Kopf aufrecht erhoben.
Er dirigiert unsere Schritte eine steinerne Treppe hinauf, sie ist kalt und rau, jede Stufe scheint höher als die letzte. Mit jedem Schritt werde ich mir der Ketten an meinen Händen bewusster, die meine Bewegungen einschränken. Oben an der Treppe angelangt, blendet mich Tageslicht. Es blendet, sticht in meinen Augen, die sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten.
Er bleibt nicht stehen. Wortlos führt er mich weiter, den Lichtschein hinter uns lassend. Die Gänge, durch die wir gehen, sind lang und fremd. Der Boden unter meinen blecken Füßen ist rau, steinern.
Schließlich bleibt er stehen, sein massiger Schatten fällt über eine schwere Tür vor uns. Die Luft wirkt plötzlich schwer, spannungsgeladen. Er dreht sich langsam zu mir um - ein Schattenriese vor der Tür. Nur das leise Klirren der Ketten unterbricht die bedrückende Stille, die sich zwischen uns aufbaut.
Beinahe lautlos öffnet er die Tür und zerrt mich an den Ketten ins Zimmer.
Tageslicht durchflutet das Zimmer. Es ist groß, beinahe majestätisch. Ein riesiges Himmelbett beherrscht den Raum, die Vorhänge, aus samtigem Stoff rahmen die beiden Bettpfosten an der Wand ein. Das Licht fällt durch ein großes Fenster herein, in welchem ich mich leicht zu spiegeln scheine. Die Bettpfosten sind mit feinen Schnitzereien verziert.
Rechts an der Wand steht ein massiver Schreibtisch, aus dunklem Mahagoni gefertigt und übersäht mit sorgfältig gestapelten Dokumenten und Karten. Kunstvolle Wandteppiche zieren die Wände, in dunklen Farben, mit Szenen aus Schlachten und Mythen. Eine Vitrine aus Glas und Stahl steht in der Ecke, gefüllt mit Waffen und Artefakten. Ein Kamin säumt die Wand gegenüber dem Schreibtisch, darüber hängt das Porträt eines Mannes, dessen kalte, durchdringende Augen mich zu verfolgen scheinen. Das Feuer im Kamin ist nicht entfacht, doch ein Stapel perfekt aufgeschichteter Holzscheite wartet darauf, entzündet zu werden.
Der Boden ist mit einem dicken, tiefroten Teppich bedeckt, der jeden Schritt dämpft, fast als ob er die Geräusche des Raumes verschlucken möchte. In der Ecke neben dem Bett, steht ein kleiner Tisch mit einer Karaffe und Gläsern. Vor dem Himmelbett steht ein Diwan an eine Stange angelehnt, die vom Boden bis zur Decke reicht.
Die Luft ist schwer - Leder, Holzpolitur und ein Hauch von Eisen. Eine stille Erinnerung an die Fesseln an meinen Handgelenken.
Kaum kommt mir der Vergleich, erinnerte der Mann mich mit Nachdruck ebenfalls an meine Ketten, indem er an ihnen zieht. Er zieht mich an ihnen zu der Stange die den Raum erklimmt und legt sie darum, ein klackendes Geräusch und ich sehe, dass er die Ketten mit einem Schloss fixiert hat.
„Es ist fast schade, dich so zu sehen. Ich bin gespannt, wie lange dein Trotz anhält, bevor er sich in Stille und Demut verwandelt." Mit diesen Worten verlässt er den Raum, schließt die Tür hinter sich und lässt mich allein zurück.
Ich weiß nicht, ob ich erleichtert sein soll, nicht mehr in der Dunkelheit zu sein - oder beunruhigt, weil ich mich nun offenbar in jemandes Schlafgemach befinde. Ich begnüge mich damit, dass ich nun wenigstens etwas um mich herum erkennen kann. Ich nehme mir die Zeit um mich selbst in Augenschein zu nehmen. In der Dunkelheit fehlte mir jegliches Zeitgefühl, ich kann nicht sagen wie lange ich dort gelegen habe bevor ich aufwachte. Wie ich vermutet habe, war sauber kein Wort, welches ich mit mir in Verbindung bringen könnte. Meine Haut weist kleinere Schürfwunden auf, welche leichte Krustenbildungen aufzeigen, die Haut an meinen Handgelenken ist aufgescheuert, wo die rauen Kanten der Fesseln unbarmherzig gegen das Fleisch drücken.
Ich trage mein schwarzes T-Shirt und meine ¾ Jeans, welche zerknittert sind und vor Dreck des Kerkers strotzen. Meine Wange fühlt sich wund an und als ich sie mit meinen Fingern abtaste, zucke ich unwillkürlich zusammen. Ich muss einen
Schlag eingesteckt haben, doch ich erinnere mich nicht daran was vor der Dunkelheit war. Kurz überlege ich mich auf das Diwan zu setzen, doch entscheide mich dagegen. Ich werde nicht anfangen mich zur Gemütlichkeit hinreißen zu lassen oder gehorsam oder nachgiebig zu wirken. Trotzig setze ich mich vor die Stange auf den Boden lausche meiner Umgebung, in der Hoffnung ein Geräusch würde mich erreichen und warnen.
Als die Tür sich fast lautlos öffnet, verändert sich die Atmosphäre im Raum sofort. Er tritt ein, und es ist, als ob der Raum selbst kleiner wird, gezwungen, seiner übermächtigen Präsenz Platz zu machen.
Er ist groß, fast übermenschlich, mit breiten Schultern, die wie eine unerschütterliche Mauer wirken. Seine Haltung ist aufrecht, beinahe majestätisch, jeder Schritt eine Mischung aus kontrollierter Macht und unmissverständlicher Dominanz. Die Kleidung, tiefschwarz und ledern, wirkt wie ein Teil von ihm, verschlingt das Licht, das kaum wagt, seine Nähe zu suchen. Vorsichtig richte ich mich langsam auf, noch immer muss ich meinen Kopf anheben um in sein Gesicht schauen zu können.
Sein Gesicht ist schwer zu lesen, samt aber markant wie in Stein gehauen, aber ohne jegliche Regung, die sein Inneres verraten könnte. Umrahmt von dunklen Wellen kinnlangen Haares.
Die Spannung im Raum ist greifbar, meine eigenen Atemzüge erscheinen laut und unkontrolliert im Vergleich zu seiner ruhigen, kontrollierten Präsenz. Er sagt nichts, doch die Stille, die er mit sich bringt, spricht Bände. Sie droht, mich zu verschlingen, doch ich halte seinem Blick stand, mein Trotz ein schwaches Feuer gegen seine alles verschlingende Aura.
Seine Absichten bleiben undurchdringlich. Jeder Muskelzug, jedes kaum sichtbare Lächeln - eine Drohung oder ein Versprechen. Er ist eine wandelnde Verkörperung von Macht, uneinschätzbar und allgegenwärtig, und in diesem Moment richten sich seine goldenen Augen durchdringend auf mich.
Ich weiß nicht was genau ich erwarte, was er tun wird.
Er macht einen großen Schritt auf mich zu und seine Präsenz überwältigt mich beinahe. Er kommt so nah, dass ich spüre wie sein Atem meine Haut streift, seine Augen fixieren jede Regung meines Körpers. Nur wenige Zentimeter trennen uns was die Weite des Raumes umso enger wirken lässt.
Mühsam begegne ich seinem Blick und weigere mich als erste weg zu schauen, es fühlt sich an als wäre eine Ewigkeit vergangen, als sich sein rechter Mundwinkel leicht hebt.
Langsam bewegt er seine Hand unter mein Kinn, um die Berührung zu vermeiden, hebe ich intuitiv mein Kinn an.
Seine Stimme ist leise, ein Flüstern nahezu, welches dennoch den Raum erfüllt und keinen Widerspruch duldet, samt und rau zugleich: „Dein Feuer ist faszinierend. Aber Feuer lässt sich lenken - oder löschen." Bei seinen Worten füllt sich mein Mund mit Galle. Mein Feuer lenken? Was soll mir das sagen? „Wenn du denkst, ich werde mich dir einfach ergeben, dann hast du dich getäuscht", bei meinen Worten zwinge ich mich seinem Blich standzuhalten und imitiere sein herausforderndes gefährliches Lächeln.
„Stolz und ungezähmt" sinniert er, während seine Finger langsam an der Kette entlang gleiten, das leise knirschen von Metall unter seiner Berührung füllt den Raum und scheint jeden Atemzug schwerer zu machen. Eine klare Demonstration seiner Dominanz und meiner Gefangenschaft.
„Stolz und ungezähmt", wiederholt er, seine Worte fast ehrfürchtig, aber mit einem Unterton, der etwas Dunkles verspricht. „Das macht dich … anders." Mein Herz schlägt schneller, doch ich zwinge mich, ruhig zu bleiben. Ich sehe, wie seine Augen mich mustern, als würde er jede meiner Regungen studieren, sie analysieren, um sie gegen mich zu verwenden. Doch ich lasse mir nichts anmerken. Zwinge meinen Körper zur Regungslosigkeit.
„Ich mag Herausforderungen" Seine Stimme wird sanft, sein lächeln vertieft sich, es wirkt wie eine gefährliche Mischung aus Belustigung und Besessenheit, die mir die Kehle zuschnürt.
„Keine Herausforderung", setze ich an und hebe mein Kinn. „Du bist nur arrogant genug, es für eine zu halten." Meine Stimme ist fest und bestimmend, dieses Mal.
Einen Moment lang regt er sich nicht. Dann entweicht ihm ein kurzes Lachen - ohne jede Spur von Freude oder Humor. Das Lachen eines Mannes, der es gewohnt ist, zu bekommen, was er will.
„Du wirst also unterwürfig sein, kleine Flamme?", fragt er und zieht eine Augenbraue hoch um mich zu einer Antwort aufzufordern. Doch seine Antwort bringt mich etwas aus dem Gleichgewicht, so dass ich kaum merklich zusammenzucke. In diesem Moment lässt seine Hand die Kette los, so dass sie laut klirrend gegen die Stange zurückschwingt.
Sein Blick haftet an mir - fordernd, durchdringend, wie ein stiller Sturm. „Wir werden sehen, wie lange dieses Feuer brennt, kleine Flamme." Diesmal klingt es nicht nach einer Drohung oder Aufforderung, sondern nach etwas anderem. Dann dreht er sich um und verlässt den Raum, die Stille hinter ihm ist bedrückender als jede Tür, die er verschließt.
Nach seinem Verschwinden liegt etwas in der Luft - schwer, bedrückend. Als krieche seine Präsenz mir die Beine empor.
Es fühlt sich an als hätte er den Raum nicht wirklich verlassen, seine Präsenz hängt noch schwer in der Luft.
Mein Atem geht flach während ich den Rücken an die Stange gelehnt zu Boden gleite. Wut lässt mein Herz gegen die Brust schlagen als wolle es sich befreien. Was will er von mir? Seit ich hier aufgewacht bin, brennt diese Frage in meinem Kopf. „Feuer lässt sich lenken" - seine Worte hallen nach, als wären sie mehr als nur eine Metapher. Aber was meint er damit? Wozu braucht er mich? Wer bin ich überhaupt? Die Frage ist scharf und unerbittlich.
Mein Name ist da - klar und deutlich. Doch alles darüber hinaus verschwimmt.
Bruchstücke flackern auf, verlöschen wieder, wie Funken, zu schwach für ein Feuer. Ich weiß, dass ich stark bin, dass ich kämpfen kann. Ich weiß, dass ich nicht bereit bin, mich zu beugen. Doch warum ich hier bin, was mich in diese Finsternis geführt hat, das bleibt verborgen.
Die Ketten klirren leise, als ich meine Hand hebe und meinen Arm anspanne, ein kurzer, hilfloser Versuch, den Druck an meine Gelenke zu lindern. Ich hasse dieses Gefühl der Ohnmacht, der Ungewissheit. Ich hasse ihn. Doch das Bild seiner Augen - brennend und unmenschlich - flammt in meinem Kopf auf und jagt mir eine Kälte durch die Glieder, die ich nicht verstehe.
Habe ich ihn schon einmal gesehen? Wer ist er? Wie ist sein Name? Ich weiß nicht woher ich ihn zu kennen glaube, woher diese Erinnerung kommt. Es ist kein klares Bild, eher ein Gefühl, ein Flüstern, das sich weigert, laut genug zu werden, um Sinn zu ergeben.
Ich sehe Blitze von etwas - goldene Augen, die durch Dunkelheit brennen, schreie in der Ferne, ein scharfer Schmerz.
Meine Gedanken kehren zu ihm zurück, zu dem Mann, der mit einem einzigen Blick den Raum beherrschte. Wer ist er? Ist er der Grund, warum ich hier bin? Er ist nicht einfach nur ein Mann. Das ist klar. Seine Präsenz ist zu groß, zu überwältigend, als dass er nur ein gewöhnlicher Mann sein könnte. Ich balle die Fäuste - so fest, dass sich meine Nägel in die Haut graben. Was auch immer sie vorhaben: Sie haben mich nicht. Nicht ganz.
Doch in meinem Inneren bleiben diese Fragen - warum? Warum ich? Und warum kann ich diese brennenden goldenen Augen nicht vergessen?
Ich sitze reglos, meine Hände immer noch von den Ketten gefesselt. Was immer
er vorhat, ich weiß eines, ich werde nicht still bleiben. Nicht abwarten, bis er mich bricht.


